Integrity Commission steht unter doppeltem Druck vor Gericht – Wheatley-Befunde rücken Zivilgesellschaft ins Blickfeld
Das jamaikanische Antikorruptionsgefüge gerät unter Druck: Dr. Andrew Wheatley bestreitet einen Bericht der Integrity Commission mit der Empfehlung von vier Anklagepunkten, während Premierminister Andrew Holness die Kommission und die Bestimmung über unerlaubte Bereicherung im Corruption Prevention Act in einem im September 2024 eingereichten Verfahren vor dem Supreme Court separat anficht.
Die Kommission empfahl Dr. Wheatley, der dem Kabinett angehört, unerlaubte Bereicherung, zwei Fälle falscher Angaben in gesetzlichen Erklärungen sowie die Nichtbereitstellung von Informationen. Der Bericht besagt, er habe Vermögenswerte gehalten, die in keinem Verhältnis zu rechtmäßigen Einkünften standen. Er wirft den Ermittlern vor, rund 168 Millionen Dollar an deklarierten Mieteinnahmen ausgeklammert zu haben. Sein gerichtliches Überprüfungsverfahren gegen den Bericht von 2026 liegt vor den Gerichten; die Untersuchung dauerte etwa vier Jahre.
Janette Calder vom Jamaica Accountability Meter Portal bezeichnete den Fall als einen der schwerwiegendsten unter Jamaicas Integritätsgesetzen. Unerlaubte Bereicherung ist seit 2001 vorgesehen, dennoch wurde in 25 Jahren kein Amtsträger auf dieser Grundlage strafrechtlich verfolgt. Calder verwies auf Auslassungen über vier Erklärungsjahre, fünf nicht offengelegte Kredite, eine nicht offengelegte Unternehmensbeteiligung sowie unvollständige Angaben zu 20 Immobilien. Dr. Wheatley habe am 18. Mai 2022 eine Ermittlungsmitteilung erhalten, sei im September 2025 jedoch erneut ins Kabinett berufen worden, während die Prüfung noch lief, sagte sie.
In einem Interview mit Cliff Hughes bei Nationwide News Network sagte Dr. Holness, Dr. Wheatley „behalte mein Vertrauen in die Arbeit, die er im Amt des Premierministers leistet, insbesondere im Bereich KI und Cybersicherheit“. Er nannte die empfohlenen Anklagepunkte ernst, betonte aber, dass bislang keine Anklage erhoben worden sei. Er sei „über keinen Bericht und keine Untersuchung im Bilde“, sagte er, und die Integrity Commission sei notwendig, müsse aber geändert werden, um wirksamer zu werden.
Dr. Gavin Meyers von National Integrity Action sagte, die Lage sei in der karibischen Parlamentsdemokratie beispiellos: Gleichzeitig übe der untersuchte Minister und der Premierminister Druck auf die Kommission aus. Der Integrity Commission Act verbiete dem Gremium öffentliche Stellungnahmen zu seinen Berichten – es könne seine Methodik vor Gericht daher nicht verteidigen.
Beide Organisationen forderten klarere Maßstäbe für die Verantwortlichkeit des Kabinetts. Calder argumentierte, der Premierminister müsse trotz Schweigepflichten über laufende Ermittlungen informiert werden; Meyers verwies auf Fit-and-Proper-Standards der Finanzaufsicht als Maßstab für das Verhalten von Ministern.
Übernommen von CVM TV News (Video) · ursprünglich veröffentlicht am .
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