
US-Angriff auf Boot im Pazifik: Zwei Tote – neue Kritik an Anti-Rauschgifteinsätzen
Die Streitkräfte Washingtons haben gemeldet, dass bei dem jüngsten Angriff auf ein Boot im östlichen Pazifik zwei Menschen ums Leben kamen und eine dritte Person überlebte. Das US Southern Command (SOUTHCOM) machte den Vorfall am Freitag öffentlich und veröffentlichte Aufnahmen, die offenbar ein unterwegs befindliches Boot zeigen, das von einer Rakete getroffen wird und anschließend in Flammen aufgeht.
SOUTHCOM leitet die US-Militäraktivitäten in der Karibik und Lateinamerika. Es behauptete, das Boot werde von „designierten Terrororganisationen“ betrieben, legte für diese Behauptung jedoch keine Belege vor. „Die Geheimdienstinformationen bestätigten, dass das Schiff entlang bekannter Schmuggelrouten für Rauschgifte im östlichen Pazifik unterwegs war und am Rauschgiftschmuggel beteiligt war“, hieß es in der Erklärung. Zudem seien keine Soldaten verletzt worden.
Das Kommando teilte mit, dies sei der dritte derartige Einsatz im Mai gewesen, und verwies auf eine frühere US-Angabe von drei Toten bei einem vergleichbaren Vorfall. Seit dem Beginn der im September gestarteten Kampagne der US-Streitkräfte gegen von Washington als Rauschgifthändler bezeichnete Personen wird die Zahl der Getöteten auf mehr als 170 geschätzt, wobei die Angaben variieren.
Die Trump-Regierung hat die Razzien damit begründet, illegale Drogenströme mit einem militärischen Angriff auf die Vereinigten Staaten zu vergleichen und viele mit dem Handel verbundene kriminelle Gruppen als „terroristische“ Organisationen einzustufen. Juristen mit Schwerpunkt Völkerrecht, Menschenrechtsverteidiger und mehrere Regierungschefs in der Region haben diese Einordnung zurückgewiesen und argumentiert, die Angriffe seien Tötungen außerhalb eines Gerichtsverfahrens, und es bestehe kein bewaffneter Konflikt, der sie rechtfertige. Analysten halten dagegen, selbst eine tatsächliche Beteiligung am Schmuggel müsse mit Strafverfolgung, nicht mit tödlicher Gewalt auf See, beantwortet werden.
Familien in Kolumbien und Trinidad und Tobago haben frühere Einsätze angefochten und behauptet, die Getöteten seien nicht, wie die Trump-Regierung behauptet, „Narco-Terroristen“ gewesen, sondern Fischer und Gelegenheitsarbeiter auf gewöhnlichen Überfahrten zwischen der Karibik und Südamerika.
Übernommen von Jamaica Inquirer · ursprünglich veröffentlicht am .
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