INDECOM fordert Jamaicas Polizei auf, Einsatz von Bodycams zu überdenken
INDECOM-Kommissar Hugh Faulkner drängt auf eine umfassende Überprüfung der Zuweisung von Bodycams innerhalb der Jamaica Constabulary Force. Er argumentiert, die Technologie solle auf Einsätze konzentriert werden, bei denen das Risiko tödlicher Gewalt und umstrittener Beweise am höchsten ist.
Bei einem politischen Rundtisch von Jamaicans for Justice zu Bodycams in der Strafverfolgung in einem Hotel in New Kingston am 27. Mai sagte Faulkner, die meisten Kameras der JCF befänden sich derzeit bei der Public Safety and Traffic Enforcement Branch, deren Mitglieder vor allem in Geschäftsvierteln eingesetzt würden.
Er sagte, INDECOM halte dieses Muster für nicht im Einklang mit den operativen und rechtlichen Erfordernissen der JCF, insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Zahl von Todesfällen unter Beteiligung der Polizei. Faulkner sagte, Vorrang sollten stattdessen geplante Einsätze haben, vor allem dort, wo Beamte wahrscheinlich auf bewaffnete Verdächtige treffen.
Der INDECOM-Leiter räumte ein, dass die jamaikanische Polizei in einem schwierigen Sicherheitsumfeld arbeite, konfrontiert mit bewaffneten Banden, organisierten kriminellen Netzwerken, Auftragsmorden, Erpressung und zunehmender Waffengewalt. Er sagte, Beamte gerieten oft in gefährliche Situationen, ohne zu wissen, wer Widerstand leisten könnte, wer verletzt werden könnte oder ob sie sicher nach Hause kämen. Zugleich müsse staatliche Macht transparent, rechtmäßig und verhältnismäßig eingesetzt und angemessen überprüft werden, sagte er.
Faulkner wies darauf hin, dass die Polizeiführung erklärt habe, täglich seien 1.500 Bodycams in der gesamten Polizei im Einsatz. Die zentrale Frage sei, ob sie dort eingesetzt würden, wo die Risiken für Rechenschaftspflicht und der Bedarf an Beweismitteln am größten seien, darunter taktische Teams, Durchsuchungen mit richterlichem Beschluss, Hochrisikofestnahmen und gezielte Razzien wegen Schusswaffen.
Er stellte Geschäftsviertel, in denen Zeugen, CCTV und JamaicaEye-Kameras eher vorhanden seien, abgelegenen Gemeinden, privaten Räumlichkeiten und anderen Umgebungen gegenüber, in denen viele tödliche Polizeibegegnungen ohne unabhängige Beobachter stattfinden.
Faulkner sagte außerdem, dass von Januar bis April dieses Jahres fünf Schussvorfälle Beamte betrafen, denen Bodycams ausgegeben worden waren. Zu diesen Fällen gehörten eine tödliche Schussabgabe, zwei Schussverletzungen und zwei Vorfälle mit abgefeuerten Schusswaffen, doch es wurde kein Video aufgezeichnet. Als Erklärungen wurden ein fehlender Uniformclip, nicht aktivierte Kameras, fehlende Zeit eines Beamten zur Aufnahme, ein im Puffermodus verbliebenes Gerät und die Anweisung eines anderen Beamten genannt, eine Kamera auszuschalten.
Er sagte, es gebe keinen Hinweis darauf, dass Bodycams bei Vorfällen im Jahr 2025 verwendet wurden, als mehr als 300 Zivilisten von der Polizei erschossen wurden. Im Jahr 2024 seien Kameras bei fünf spontanen Schussverletzungsfällen und einem geplanten Einsatz, der mit einem Todesfall endete, eingesetzt worden, doch Aufnahmen seien nur in einem spontanen Schussfall verfügbar gewesen.
Übernommen von Realnews Yt · ursprünglich veröffentlicht am .
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