Jamaikas globaler Dienstleistungssektor setzt angesichts des Beschäftigungsrückgangs auf Qualifizierung und KI
Jamaikas globaler Dienstleistungssektor will einen Beschäftigungsrückgang umkehren, der durch die Folgen eines Hurrikans, höhere Betriebskosten, ein begrenztes Arbeitskräfteangebot und wachsende Qualifikationsdefizite verursacht wurde, erklärte Wayne Sinclair, Präsident der Global Services Association of Jamaica.
Die Branche, die früher weithin als Callcenter- oder Business-Process-Outsourcing-Sektor bezeichnet wurde, bietet ausländischen Unternehmen – hauptsächlich in Nordamerika – Kundenservice, technische Unterstützung, Backoffice-Dienstleistungen, IT-Support und weitere höherwertige Dienste.
Sinclair zufolge traf Ende Oktober ein Hurrikan das Land, als die Betreiber ihre Beschäftigten auf die arbeitsreichste Zeit des Jahres vorbereiteten. Im Interview bezeichnete er den Sturm sowohl als Hurricane Melissa als auch als Hurricane Matthew. Unternehmen stocken ihre Belegschaften in der Regel vor Thanksgiving und Weihnachten auf, während das Forderungsmanagement von Januar bis April saisonbedingt stärker nachgefragt wird. Normalerweise wären die Beschäftigten bis Oktober geschult, die Systeme im November getestet und die Betriebsabläufe für Dezember vorbereitet worden.
Die Beeinträchtigungen zwangen einige Unternehmen dazu, Aufträge zu verlagern oder alternative Lösungen zu entwickeln. Unternehmen, deren Gebäude und sonstige Infrastruktur schwer beschädigt wurden, erholten sich nicht vollständig. Die Betriebsstätten in Kingston waren weitgehend nicht betroffen, doch auf den Westen Jamaikas entfallen schätzungsweise 60 bis 65 Prozent der Beschäftigten der Branche.
Sinclair nannte zudem Strom, Sicherheit, Versicherungen, Transport, Mieten und andere Versorgungsleistungen als Belastungen, die Jamaikas Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Der Betrieb vor Ort werde zunehmend teurer als auf den Philippinen, in Indien, Guatemala, aufstrebenden afrikanischen Standorten und Südafrika, sagte er.
Obwohl Jamaikas Branche seit mehr als 30 Jahren besteht, bieten konkurrierende Standorte inzwischen ähnliche Vorteile zu niedrigeren Kosten. Die annähernde Vollbeschäftigung erschwert zudem die Rekrutierung der mitunter für einen einzigen Auftrag benötigten 250 bis 400 Arbeitskräfte. Die verfügbaren Bewerber verfügten zunehmend über geringere Fähigkeiten und akademische Qualifikationen, sagte er.
Der Verband betrachtet künstliche Intelligenz als Instrument zur Steigerung der Produktivität der Beschäftigten und nicht lediglich zum Abbau von Arbeitsplätzen. Sinclair verwies auf einen Artikel, dem zufolge 30 Prozent der Menschen, die weltweit nach der Einführung von KI entlassen worden waren, anschließend wieder eingestellt wurden. Unternehmen müssten prüfen, ob die Produktivitätssteigerungen die Technologiekosten rechtfertigten, sagte er.
Die Erholungsstrategie umfasst den Neustart des Global Services Skills Council, dessen erstes Programm etwa von 2019 oder 2020 bis 2023 lief. Der Schwerpunkt der Schulungen wird auf technologischen Fähigkeiten und der Anpassung an KI liegen.
Der Verband plant außerdem eine verstärkte Vermarktung im Ausland, einen fortgesetzten Austausch mit der Regierung über Transport- und andere Kosten sowie die Prüfung kostensparender Technologien wie Solarenergie auf Unternehmensebene. Sinclair zufolge werden die Qualifizierung der Arbeitskräfte, die internationale Vermarktung und ein erneuertes jamaikanisches Wertversprechen für die Reaktion des Sektors von zentraler Bedeutung sein.
Übernommen von Television Jamaica (Video) · ursprünglich veröffentlicht am .
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