Jamaika-Studie verknüpft emotionalen Missbrauch mit späterer Gewalt – Expertinnen fordern nationale Traumastrategie
Aktuelle Forschung lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wie Trauma in Jamaika über Generationen hinweg nachwirken kann und sowohl das öffentliche Verständnis psychischer Erkrankungen als auch die Art prägt, wie Menschen Hilfe suchen. Das Thema stand im Mittelpunkt des Caribbean Mental Health Summit, der am Wochenende in New Kingston stattfand, wo Kliniker warnten, dass Schaden oft verborgen bleibt, aber tief empfunden wird – von harter Bestrafung bis zu emotionaler Vernachlässigung – und von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden kann.
Die klinische Psychologin Dr Kai Morgan Campbell sagte, historische Gewaltmuster prägten weiterhin das Verhalten von heute. „Wir wurden in Gewalt hineingerzogen. Gewalt war auf der Plantage der Weg, mit dem man uns diszipliniert hat, stimmt’s? Also wurden wir immer mit Gewalt bestraft, und das ist heute unser erster Reflex. All diese Dinge, die aus der Idee entstehen, wir müssten unsere Leute beschämen, wir müssten sie herabwürdigen, wir müssten sie körperlich bestrafen – das führt zu einigen der Dinge, die wir heute sehen“, sagte sie.
Ergebnisse einer jüngsten Cari-Journeys-Studie mit 555 Teilnehmern zeigten, dass Menschen, die emotionalen Missbrauch erlitten hatten, mit 51 % höherer Wahrscheinlichkeit später im Leben gewalttätiges Verhalten zeigten. Die gemeinnützige Organisation arbeitet daran, trauma-informierte Gemeinschaften in der gesamten Karibik zu fördern. Forscher berichteten, dass 44 % der Befragten gewalttätig gewesen waren und dass emotionaler Missbrauch in der Kindheit in dieser Gruppe häufig vorkam.
In vielen jamaikanischen Gemeinschaften wird Leid nicht immer medizinisch gedeutet. Symptome werden manchmal als spiritueller Angriff oder spirituelle Auseinandersetzung erklärt – eine Sichtweise, die klinische Behandlung verzögern oder blockieren kann. Redner auf dem Gipfel merkten an, dass manche Menschen lieber beten, in Zungen reden oder tanzen würden, als zugrunde liegende Bedürfnisse im Bereich der psychischen Gesundheit anzugehen, und dass Glaubenspraktiken eher Schuld oder äußere Ursachen in den Blick nehmen als das, was innerlich vor sich geht.
Fachleute beschrieben die Kluft zwischen religiöser Deutung und evidenzbasierter Versorgung als ein wesentliches Hindernis für die Behandlung. Es wächst der Ruf nach einer nationalen, trauma-informierten Strategie, die kulturelle Überzeugungen respektiert, die Versorgung zugleich auf bewährten Methoden verankert und psychische Gesundheit als gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung behandelt. Befürworter verwiesen auch auf zersplitterte Initiativen auf der Insel und argumentierten, Jamaika brauche eine koordinierte, umfassende nationale Reaktion im Bereich psychische Gesundheit statt isolierter Programme, die in Silos arbeiten.
Übernommen von Television Jamaica (Video) · ursprünglich veröffentlicht am .
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