Neustart des jamaikanischen Internetknotens bringt neue Hardware – Regulierungsbehörde drängt auf breitere Mitgliedschaft
Auf der CaribNOG-Konferenz erläutert ein Beitrag der Office of Utilities Regulation (OUR), warum der 2014 erstmals eingerichtete Jamaica Internet Exchange Point (JAIXP) erneuert wird und was sich aus Sicht der Verantwortlichen diesmal ändern soll.
Herr Lee, Direktor für Informationstechnologie und Risiko bei der OUR, sagte, das Projekt verfüge nun über neue Ersatzserver und weitere Ausrüstung. Das größere Problem sei jedoch, dass ein bereits 2014 formuliertes Ziel weiterhin nicht erreicht worden sei: den Knoten aus der faktischen Kontrolle der beiden größten Internetdienstanbieter des Landes zu lösen und ihn auf eine breite Mischung aus Zugangs- und Inhalteanbietern zu stützen. Diese beiden Betreiber hätten sich dem Schritt mit Nachdruck widersetzt, behauptete er.
Auf die Frage, warum die Nutzung hinterherhinke, antwortete er, der OUR sei es bislang schwergefallen, den praktischen Nutzen lokalen Peerings zu vermitteln. Anschaulich skizzierte er den Weg vom gewöhnlichen Veröffentlichen einer Website über etablierte Hoster bis hin zur Aufstellung eines eigenen Servers in einer angebundenen Einrichtung – mit der Möglichkeit, Inhalte nach dem Anschluss an die Infrastruktur jederzeit zu aktualisieren.
Zur Frage der Trägerschaft erklärte Herr Lee, die OUR wolle den Knoten langfristig nicht selbst betreiben; es sei unpassend, dass die Regulierungsbehörde die Plattform führe. Eine direkte Übergabe an die beiden größten Anbieter würde dieselbe Konzentration drohen lassen, die mit der Politik gerade aufgelockert werden solle, fügte er hinzu und betonte, kleinere und alternative Netze seien das fehlende Glied.
Zum Vergleich verwies er auf große neutrale Knoten im Ausland: Ein von ihm genannter nordamerikanischer Knotenpunkt umfasse Hunderte Teilnehmer, eine Londoner Einrichtung etwa tausend Mitglieder und bewege rund zwanzig Terabyte. Vor diesem Hintergrund verwies er darauf, dass Jamaikas Knoten mit zwei Anbietern lediglich rund zehn Gigabyte bewege – ein Abstand, den er schließen wolle.
Abschließend zitierte er Aussagen der Weltbank, wonach ein gut geführter nationaler Internetknoten ein erhebliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts stützen könne – in der von ihm angeführten Analyse rund neun Prozent – und sagte, dieser gesamtwirtschaftliche Schub sei der Gewinn, den die OUR mit einem breiter aufgestellten, teilnehmergetragenen Modell anstrebe.
Übernommen von OUR Jamaica (Video) · ursprünglich veröffentlicht am .
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