Uruguayischer Energiepionier fordert Jamaika bei Facey-Vorlesung 2026 zum Ausbau erneuerbarer Energien auf
Die Facey-Vorlesungsreihe 2026, unterstützt vom Vorsitzenden der Pan Jamaica Group, Stephen Facey, kehrte unter dem Motto Breaking the Grid zurück, während Jamaika drängende Fragen zu Energiesicherheit, Bezahlbarkeit, Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit beantworten muss. Die Organisatoren zogen die diesjährige Vorlesung vor, weil das Land an einem Scheideweg stehe – Entscheidungen in den kommenden Monaten könnten die Energiezukunft für Jahrzehnte prägen.
Ramón Méndez, früherer Energieminister Uruguays und heute Leiter einer gemeinnützigen Organisation, war der Hauptredner. Er schilderte, wie Uruguay – ein Land von rund 3,3 Millionen Menschen ohne große natürliche Reichtümer – seinen Energiesektor in relativ kurzer Zeit zu einem der weltweit erfolgreichsten Systeme für erneuerbare Energien umgestaltete. Die Stromerzeugungskosten sanken von etwa 11 US-Cent pro Kilowattstunde auf sechs Cent, während die jährlichen Ausgaben für die Stromerzeugung von rund 1,1 Milliarden US-Dollar auf etwa 600 Millionen US-Dollar fielen – eine Einsparung von 500 Millionen US-Dollar pro Jahr für ein Land vergleichbarer Größe wie Jamaika.
Méndez sagte, Stabilität sei genauso wichtig wie Einsparungen, weil Uruguay nicht mehr von volatilen Energierohstoffen abhänge. „Wir haben bewiesen, dass die Energiewende möglich ist“, sagte er. „Es sind nicht nur Träume, nicht nur Papiere – es ist Realität.“ Er wies darauf hin, dass das Netz nun mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien läuft; variabler Wind und Solar decken fast die Hälfte des Mixes ab – ein Zeichen dafür, dass Klima- und Wirtschaftsziele gemeinsam vorankommen können.
Uruguay habe rund sechs Milliarden US-Dollar an Investitionen angezogen – etwa 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – und rund 50.000 Arbeitsplätze geschaffen, etwa drei Prozent der nationalen Erwerbsbevölkerung, sagte Méndez unter Bezugnahme auf Ausführungen von Mr. Vassell. Er argumentierte, die Senkung der wahrgenommenen Investitionsrisiken sei zentral, um die Kapitalkosten zu reduzieren – was wiederum die Energiepreise in einem reformierten System niedrig halte.
Méndez warnte, thermische Kraftwerke blieben als Vorsichtsmaßnahme bestehen – vergleichbar mit einer bezahlten, aber selten in Anspruch genommenen Kfz-Versicherung. Er sagte, er kämpfe nicht gegen fossile Brennstoffe, sondern alle Quellen sollten unter gleichen Bedingungen konkurrieren, wobei erneuerbare Energien die Oberhand behalten sollten. Für Jamaika verwies er auf Wind, Solar und Batteriespeicher: Kosten und Technologie seien bereit, der Zeitpunkt sei günstig, Energierahmenwerke neu zu gestalten und entschlossen zu handeln.
Übernommen von CVM TV News (Video) · ursprünglich veröffentlicht am .
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